DFG fördert innovative Forschungstechnik am UKSH(Kiel, 2. November 2011)
UKSH-Forscher
am Campus Kiel erhalten Massenspektrometer des höchsten Standards
Die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG) stattet die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität
und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) im Rahmen der Initiative
„Bildgebende Massenspektrometrie in den Lebenswissenschaften“ mit innovativer
Hochtechnologie aus. Die bildgebende Massenspektrometrie ist eine neue und
vielversprechende Methode zur Analyse von Gewebeproben. Eine Bewilligung zur
Anschaffung eines entsprechenden Großgerätes erhielt nun die Arbeitsgruppe
unter der Federführung von Prof. Dr. Christoph Röcken, Direktor des Instituts
für Pathologie des UKSH, Campus Kiel, unter Beteiligung von Prof. Dr. Andreas
Tholey, Leiter der Abteilung Systematische Proteomforschung des Instituts für
Experimentelle Medizin an der Christian-Albrechts-Universität, Prof. Dr.
Jens-M. Schröder, Leiter der Klinischen Forschergruppe „Mechanismen Kutaner
Entzündungsreaktionen“ der Klinik für Dermatologie, Venerologie und
Allergologie, sowie Prof. Dr. Holger Kalthoff, Leiter des Instituts für
Experimentelle Tumorforschung.
Mit der Förderung der DFG im
Wert von rund einer dreiviertel Million Euro erhält das UKSH innovative
Spitzentechnologie, mit der die Experten komplexe Gewebeproben im Kontext von
Krebserkrankungen, Eiweißspeicherkrankheiten (Amyloidosen),
Mikrobiom-Wirts-Interaktionen bei Hauterkrankungen molekular analysieren können.
„Die bildgebende Massenspektrometrie bedeutet für uns eine neue Dimension der
Forschung“, sagt Prof. Röcken. „Mit dieser Innovation können wir in Zukunft
Proteine im Gewebe ohne vorherige Kenntnis des Zielproteins zweidimensional
sichtbar machen. So ist der Nachweis und die Analyse von tausenden Zell- und
Gewebekomponenten gleichzeitig möglich.“
Die neue Technologie
verspricht wichtige Fortschritte etwa bei der Identifizierung von Biomarkern in
der molekularen Pathologie oder bei der Suche nach diagnostischen und
prognostischen Markermolekülen in der personalisierten Medizin der Zukunft. In
der Krebstherapie können beispielsweise die Klassifikation verschiedener
Krebsarten verfeinert, genauere Voraussagen zum Krankheitsverlauf gemacht und
personalisierte Therapien besser gelenkt werden. Bei der Erforschung der
Eiweißspeicherkrankheiten bedeutet das neue Großgerät zudem einen
Technologiesprung für das Amyloid Register Kiel unter der Leitung von Prof.
Röcken. Das größte derartige Register Deutschlands sammelt und dokumentiert
Fälle mit Amyloidose für Forschungszwecke, um neue Diagnose- und
Klassifikationsmethoden zu entwickeln und die Therapie der Amyloidosen damit zu
verbessern.
Die Arbeitsgruppe um Prof. Röcken
beeindruckte die zehn Experten der internationalen Prüfungsgruppe unter anderem
durch die Qualität der Vorarbeiten und durch ihr schlüssiges Konzept zur
Durchführung der wissenschaftlichen Projekte. Insbesondere durch die
Ausgewogenheit von Anwendung und methodischer Entwicklung konnten die UKSH-Forscher
überzeugen. Neben dem UKSH erhalten deutschlandweit acht Universitäten nun
Massenspektrometer des höchsten Standards, um den Wissensvorsprung Deutschlands
in diesem Bereich zu erhalten und weiter auszubauen.
Das neue Massenspektrometer
wird innerhalb der Arbeitsgruppen um Prof. Röcken auch von Wissenschaftlern des
Forschungsverbundes "Exzellenzcluster Entzündungsforschung" genutzt
werden.
Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Institut für
Pathologie, Prof. Dr. Christoph Röcken, Tel.: 0431 597-3400, E-Mail:
christoph.roecken@uksh.de
Verantwortlich für diese Presseinformation:
Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums
Schleswig-Holstein, Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de
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